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Ein Paradies für Frösche und ihre Verwandten

Im Schaarenwald am Thurgauer Rheinufer wird ein Amphibienweiher angelegt, am Freitag war Spatenstich

Carmen Haag, Thurgauer Regierungsrätin und Leiterin des Departements Bau und Umwelt, und Peter Neukomm, Schaffhauser Stadtpräsident, waren voll des Lobes für das Vorhaben.

 

(drd) Rund vierzig Gäste trafen sich am «Bruggechopf», wo ein Bagger für den Spatenstich bereit stand. Es kamen Fachleute für Naturschutz und Archäologie, Politiker und Pressevertreter. Der neue Weiher wird neben dem Bunker angelegt, der 1935 bis 1940 gebaut wurde, und heute als Museum dient.
Walter Vogelsanger begrüsste die Gäste. Er ist Abteilungsleiter Ufer-Unterhalt beim Schaffhauser Energieverbund SH POWER. Seine Abteilung ist Bauherrin für das Projekt Amphibienweiher. Sie verfügt über ein Netzwerk von Spezialisten, das sie sich bei Arbeiten am Rheinufer aufbaute. «Von 2004 bis heute konnten wir 6,5 Kilometer Rheinufer renaturieren, finanziert mit dem Aufschlag von 1 Rappen auf Ökostrom» erzählte Vogelsanger.
Die Ehrengäste Carmen Haag, als Thurgauer Regierungsrätin Leiterin des Departements Bau und Umwelt, und Peter Neukomm, Schaffhauser Stadtpräsident, waren voll des Lobes für das Vorhaben. Es entstehe an einem der schönsten Orte am Rhein, sagte Neukomm. Der Schaarenwald gehört zum Kanton Thurgau, Besitzerin des Waldstückes mit dem neuen Weiher ist der Kanton Schaffhausen.

Grosszügige Spende
Der neue Weiher wird aus dem Gewinn finanziert, welcher mit dem Dokumentarfilm «Die Rheinmacher» über die Renaturierung des Rheinufers erzielt wurde. Er lief letztes Jahr vom 18. Februar bis 28. Mai im Kinepolis Schaffhausen und war mit rund 6000 Besuchern ein Riesenerfolg. Kinepolis, vertreten durch den Geschäftsführer Lorenz Koch, verzichtete auf den Gewinn aus diesen Vorführungen zu Gunsten des Schaaren-Projektes. Den Unterhalt des Weihers wird SH POWER übernehmen.
Den Spatenstich durfte Koch zelebrieren. Er setzte sich auf den 10 Tonnen-Bagger und grub drei Schaufeln voll Erde aus.

Austrocknen als Lebensretter
Die Bauleitung übertrug SH POWER dem Ingenieur Peter Hunziker. Er erklärte, wie eine Kinderstube für Amphibien funktioniert. Wasser erhält der Weiher aus dem Wald und aus dem Rhein. Er wird sehr flach. Es sei für die Tiere kein Problem, wenn der Weiher im Sommer austrockne, sagte Hunziker. Zwischen Frühling und Frühsommer entwickeln sich die Amphibien von der Larve zum ausgewachsenen Tier. Dabei werden sie von Kiemen- zu Lungenatmern und verlassen das Wasser. Wenn der Weiher austrocknet, werden die Feinde dezimiert, die es auf den Amphibiennachwuchs abgesehen haben, zum Beispiel Libellen, Käferlarven und Fische.