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Grossartiger Start des Tanzfestivals «tanz:now» 2017

Die Cie MIR, Basel, startete mit «Interface» im Phönix Theater Steckborn zu einem umjubelten ersten Auftritt

Die hohe Kunst des Tanzens wurde von der «Cie Mir», überzeugend dargestellt.

 

(jo) «Interface»/Schnittstelle: der Start in das Tanzfestival «tanz:now» 2017 am Donnerstag mit der «Cie MIR, Basel» – das dürfte eines der eindrucksvollsten Highlights gewesen sein, die das Phönix-Theater in seiner 36-jährigen Geschichte erlebt hat. Da blieb nur eins: Staunen und Bewunderung ob einer Darbietung auf höchstem künstlerischen Niveau, eines Tanzes, der von der Bewegung, seiner starken Ausstrahlung, Kraft und Eleganz lebte, der alle, vom Anfang bis zum Schluss, in seinen Bann zog. Einer Kunst, der sich niemand entziehen konnte, auch nicht wollte. Ein Geschehen auf der Bühne, das zu beschreiben mit Worten kaum möglich ist.
Doch der Tanz stand symbolisch nicht allein auf der Bühne. Die «Cie MIR» präsentierte in «Interface» eine noch nie vorher gezeigte Symbiose von «Tanz und Töne.» (Selten hat das Phönix Theater seinem Namen so alle Ehre gemacht). Denn, laut Programmhinweis, durchziehen High-Kameras über der Bühne den Raum mit unsichtbaren Linien, Feldern und geometrischen Figuren. Die Tänzerinnen und Tänzer wiederum bewegen sich auf der Bühne und kreuzen dabei diese unsichtbaren Strukturen. Damit lösen sie Impulse aus, die in Töne umgewandelt werden und von einer Multimediakünstlerin in Musik und Beats transfomiert/umgewandelt werden. Diese Töne wiederum werden dann im Tanz sichtbar gemacht. Das heisst: DJ, Multimedia-Künstlerin, Tänzerinnen und Tänzer werden zu einer musikalisch-tänzerischen Einheit, oder zu einer Art «lebender Soundbox.» Gemischt werden Breakdance, Hip Hop, zeitgenössischer Tanz sowie Elemente des klassischen Tanzes. Mit anderen Worten: Technik, Musik und Mensch begegnen sich in einer bisher noch nie so erlebten und gesehenen Art und Weise. Und was sicher auch die Faszination von «Interface» ausmacht. Immer wieder sind in die Choreografie Elemente eingebaut, die sehr bewusst Bewegungen und Ton miteinander verbinden, was Heiterkeit und ein leises Lachen hervorrief. Was sich eine Stunde lang in raschen, stets wechselnden und abwechslungsreichen Bewegungen, Rhythmen, tänzerischen Figuren, vom Solo bis zum Tanz der Gruppe, bestehend aus drei Tänzerinnen und fünf Tänzern ausdrückt, ist einfach fantastisch. Sie verlangt aber auch eine enorm hohe Konzentration soll diese gewünschte Einheit von Tanz und Musik gelingen. Und das ist sie – der lange begeisterte Beifall sprach für sich. Eine Stimme aus Kreis der ZuschauerInnen meinte selbstkritisch: «Das können wir bestimmt nicht.» Stimmt.

Begrüssung Philippe Wacker
Es entspricht einer guten Tradition von Anfang an, dass der Beginn von «Tanz:now» mit einem kleinen Fest gefeiert wird. Theaterleiter Philippe Wacker begrüsste dazu Regierungsrätin Monika Knill, Stadtpräsident Roger Forrer und Caroline Minjolle, Kulturstiftung des Kantons Thurgau. «Frühling», sagte er, «steht für Energie, Kraft und Lebensfreude.» Das Programm von «tanz:now» würde die Rückkehr der Lebensenergien ankündigen. Denn der Tanz könne die Lebensfreude und die Kraft der Natur wunderbar verkörpern. Kurz stellte er das Programm des diesjährigen Festivals vor, das insgesamt bis zum 12. Mai sechs verschiedene Stücke anbietet und zu Tanz-Workshops für Schülerinnen und Schüler anbietet, die damit ein wenig Theaterluft schnuppern können und etwa lernen, wie eine Choreografie entsteht. Insgesamt wäre dem Phönix Theater nach diesem ersten fulminanten Auftakt ein weiterer erfolgreicher Verlauf von «tanz:now» zu wünschen.