Aktuell

Budgetgemeinde im Zeichen bedeutender Investitionen

Vier Mal «Ja» an der Gemeindeversammlung in Berlingen

Mit drei Projekten stand Markus Oehler, Vorsteher Werke, im Mittelpunkt der Gemeindeversammlung Berlingen.

 

(jb) Zur Versammlung vom vergangenen Montag in der Unterseehalle Berlingen fanden sich 73 Stimmberechtigte ein, die vor allem über Investitionsvorhaben der nächsten Zukunft zu befinden hatten. Im Mittelpunkt stand der Vorsteher Werke, Markus Oehler, der zwei Infrastruktur-Projekte und ein Gebühren-Anpassungsbegehren präsentierte.

Sanierung Neugasse
Die Instandsetzung der Infrastrukturanlagen der Erschliessungsgasse zwischen Oberdorf- und Seestrasse war unbestritten, weil den Stimmenden der dringende Bedarf klar war. So wurde der Kredit, für die der Investitionsrechnung 2018 zugeschlagenen Gesamtkosten von 470?000 Franken, ohne Gegenstimme angenommen. In diesem Betrag enthalten sind die Kosten für Strassenbau, Entwässerungen und Meteorwasserleitungsbau, Trink- und Löschwasserversorgung sowie Elektrizität. Die Sanierungslänge beträgt rund 150 Meter; die Arbeiten werden im Sommer/Herbst 2018 ausgeführt.

Smartes Erfassungs-System
Komplexer wurde es, als es um die etappenweise Einführung eines so genannten «Smart Meter/Smart Grid» Systems ging. Damit soll über die nächsten fünf Jahre hinweg die bisherige manuelle Ablesung durch Fernablesung der Zähler ersetzt werden. Dies gilt nicht nur für den Strom, sondern auch für Wasser und Gas. Das System erlaubt weiter, die vorhandene Rundsteuerung abzulösen und diese künftig dynamisch zu gestalten. Angesichts der schwierigen Materie sowie zahlreicher Fragen und Voten aus dem Plenum, war lange nicht abzusehen, ob das Kreditbegehren in der Höhe von 620?500 Franken (oder 120?000 Franken in den Jahren 2018 bis 2022) die Ja-Hürde schaffen würde. Ausschlaggebend für den letztlich mit 39 Ja-Stimmen zu 25 Nein-Stimmen bei neun Enthaltungen gefällten Pro-Entscheid dürften unter anderem gewesen sein: die neuen Anforderungen der überarbeiteten Stromversorgungs-Verordnung (Strom VV) ab 2018, die neuen Anforderungen an die Stromzähler ab 2024 bezüglich der zusätzlichen Erfassung von Blindenergie (basierend auf der Energiestrategie 2050 des Bundes), die hundertprozentige Anrechenbarkeit der Umsetzungskosten in der Netznutzung, die transparentere künftige Verrechnung an die Haushalte (Akonto-Rechnungen entfallen) und die Tatsache, dass für Endkunden keine individuellen Kosten entstehen werden.

Gebühren-Anpassung
Ein weiteres Geschäft, das für die Haushalte weitestgehend kostenneutral bleiben soll, betraf die beantragte Anpassung der Gebühren Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Im Klartext sollen die Grundgebühren bei der Wasserversorgung erhöht und beim Abwasser gesenkt werden. Die ausführliche Botschaft gab zu keinen Diskussionen Anlass. Dem Antrag des Gemeinderats, der Anpassung der genannten wiederkehrenden Gebühren sowie dem Übertrag von 200?000 Franken aus der Spezialfinanzierung EW Stromhandel auf die Spezialfinanzierung Wasserversorgung zuzustimmen, wurde grossmehrheitlich stattgegeben.

Voranschlag 2018
Frau Gemeindepräsidentin Annemarie Moret, die zügig durch den Abend führte, stellte den Bericht zum Voranschlag 2018 vor, der bei einem Aufwand von rund 5?102?000 Franken einen Verlust von knapp 241?500 Franken vorsieht. Angesichts des Eigenkapitals von derzeit 1?203?000 Franken sei dieser Verlust allerdings zu verkraften, zumal man auch bei den Steuereinnahmen des nächsten Jahres optimistisch sein dürfe, meinte Moret, bevor sie zur detaillierten Erfolgsrechnung Budget 2018 überging. Nach ihren Ausführungen zu einzelnen Punkten, wurde das Budget von der Versammlung einstimmig verabschiedet. Es folgte nochmals Markus Oehler mit der Abrechnung der Sanierung der Langgasse zwischen 2013 und 2016. Mit etwas mehr als 14?000 Franken ist das budgetierte Total von 572?000 Franken nur leicht, nämlich um zirka 2.5 Prozent überschritten ­worden.

Herzliche Abschiedsworte
In ihren Miteilungen über die Schule konnte die neue Schulpräsidentin Helen Nossung fast nur Positives berichten. Der einzige Wermutstropfen bilde der Abschied der Schulleiterin seit fast sechs Jahren, Irene Fahrni, per Ende Januar 2018. Eine kompetente Nachfolgerin stehe erfreulichweise schon bereit. Die bisher in Wigoltingen amtierende Schulleiterin wird ab Februar 2018 für Berlingen und Salenstein in gleicher Funktion tätig werden.
Damit setzte der Reigen der Verabschiedungen und Begrüssungen ein: Gemeindeschreiberin Karin Livet wird noch bis 31. März 2018 ihr Amt ausüben und dann eine sechsmonatige Babypause einlegen. Bei ihrer Rückkehr wird sie ein Pensum von 20 bis 40 Prozent und das Dossier Steuern übernehmen. Neue Gemeindeschreiberin mit einem 80-Prozent-Pensum wird Maja Moser, die seit zehn Jahren dieses Amt in Raperswilen ausübt. Florian Leugger, Verwaltungsangestellter seit Ende 2013, hat seinen Abschied bereits Ende November gegeben. Er begibt sich auf grosse Reise und will sich danach neu orientieren. Nachfolgerin seit dem 1. November 2017 ist Stefanie Hauser.
Weiter verabschiedet wurde Barbara Brugger, die der Sozialhilfekommission seit 1993 angehört hatte. Ihre Nachfolge ist noch offen. Bereits seit 1983 als Stellvertreter, seit 1985 als Wassermeister war Ferdi Kasper für die Gemeinde tätig. Ihm folgen im Frühjahr 2018 Tobias Kull und Kurt Kasper nach. Schliesslich kündigte Annemarie Moret an, dass sie 2019 nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren werde und bat, rechtzeitig an die Nachfolge im Gemeindepräsidium zu denken. Die anschliessende Umfrage wurde rege genutzt; es blieben einige wenige offene Fragen, die vom Gemeinderat bis zur nächsten Versammlung geklärt werden.