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Über Wellen und durch steile Kurven

Die Primarschule Steckborn will den Pausenplatz mit einer Pumptrack-Anlage bereichern

Schulleiter Markus Rüegge und Lukas Gasser vom Bikeclub Steckborn erklären den Plan für den Pumptrack.

 

(het) Im vergangenen Sommer stand eine mobile Pumpt­rack-Anlage auf dem Pausenplatz beim Steckborner Schulhaus Hub für drei Wochen gratis vom Thurgauer Sportamt zur Verfügung gestellt. Pumptracks sind geschlossene Rundkurse mit kleinen Wellen und Steilwandkurven. Durch dynamisches Be- und Entlasten von Vorder- respektive Hinterrad – im Fachjargon auch «pumpen» genannt – kann das Fahrrad auf den Wellen und Kurven ohne zu treten beschleunigt werden. Der Spassfaktor auf einer solchen Anlage ist auch mit Scooter, Inlines oder Skateboards gross. Der erwünschte Lerneffekt: Kinder lernen ihr Fahrrad zu beherrschen, was sich im Strassenverkehr positiv auswirkt.
Die Pumptrack-Anlage in Steckborn wurde jedenfalls rege genutzt und während der drei Wochen legten Kinder wie Erwachsene 3061 Kilometer, also durchschnittlich 170 Kilometer pro Tag, darauf zurück. Eine Zahl, welche Schulleiter Markus Rüegge doch sehr beeindruckend findet. Als dann Hauswart Rolf Fröhlich den Wunsch äusserte, den Weg entlang der Spielwiese zu sanieren, sah er den Zeitpunkt gekommen, über eine festinstallierte Pumptrack-Anlage nachzudenken.
Verbündete für sein Vorhaben hatte er bald gefunden. Lukas Gasser, Präsident des erst vor wenigen Jahren gegründeten Bikeclubs Steckborn, ist von der Idee begeistert: «Velofahren auf einer solchen Anlage macht doch einfach sehr viel mehr Spass, als auf einer geraden Strecke». Gasser weiss, wovon er spricht, beim Bikeclub Steckborn fährt man vorzugsweise auf befestigten Wegen durch den Wald und im Club trainieren derzeit 25 Kids. Selbst eine solche Trainings-Anlage zu bauen, scheiterte bislang entweder am Geld oder am wild wuchernden japanischen Knöterich im «Tal» ob Steckborn.

Offen für die Bevölkerung
Primarschule und Bikeclub haben sich folglich in einer Arbeitsgruppe organisiert, verschiedene Varianten geprüft und der Behörde nun einen Vorschlag unterbreitet: Ein Rundkurs mit pflegeleichtem und allwettertauglichem Asphalt-Belag rund um die Spielwiese, in dessen Mitte Fussballspielen weiter möglich ist. Ausgelegt ist die Anlage für Kinder bis zur 6. Klasse, soll aber wie die gesamte Schulanlage, der Bevölkerung offen stehen. Das Gelände wird den Wellen und Kurven angepasst, somit dürfte es im Gegensatz zu einer mobilen Anlage, weniger zu Stürzen kommen, wenn mal jemand vom Kurs abkommt, Ein weiterer Vorteil: Ohne Hohlräume und mit festem Belag gebe es weniger Lärmemissionen. Rund 120?000 Franken soll die Anlage kosten. «Die Schulbehörde steht geschlossen hinter diesem Projekt und auch bei den Eltern ist die Zustimmung gross», freut sich Markus Rüegge. Der Bikeclub will sich zudem bis zu einem Drittel des Betrags beteiligen und dafür Sponsoren suchen. «Wer sich beteiligen möchte, egal mit welchem Betrag, findet die Informationen auf unserer Homepage www.pedaleure.ch», ist Lukas Gasser für jede Spende dankbar. 

Einweihung am Schulfest 2018 geplant
Die Stimmberechtigten werden im Rahmen des Budgets 2018 an der Schulgemeindeversammlung im März darüber befinden, ob der Pumptrack aus dem Konto «Vorfinanzierung Schulanlagen» realisiert werden kann. «Bis dahin werden wir uns um die Baubewilligung kümmern», so Markus Rüegge. Man wolle die Zeit nutzen, denn am Schulfest am 15. Juni 2018 zum Thema «gemeinsam unterwegs» soll die Anlage eingeweiht werden.