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«Smart Grid» erhält keine Mehrheit

Die Steckborner Gemeindeversammlung stimmt dem Budget 2018 mit der Steuerfusssenkung auf 63 Prozent zu

Bis auf die Umsetzung von «Smart Grid» fanden alle Objektkredite und das Budget 2018 die Zustimmung der Stimmberechtigten.

 

(fg) Wie schon in den Jahren davor führte Stadtpräsident Roger Forrer nach der Begrüssung aller Anwesenden an der Steckborner Gemeindeversammlung vom vergangenen Mittwoch zügig durch die einzelnen Traktanden. Einzig bei den Objektkrediten, genauer gesagt bei «Smart Grid», einem sogenannten Smart Power Management System des Elektrizitätswerks (EW), entstand eine lebhafte Diskussion in der Feldbachhalle. Zunächst erläuterte Forrer das Vorhaben, das die Steckborner Steuerzahler 1.55 Millionen Franken kosten würde. Bernd Debrunner vom zuständigen Ingenieurbüro «IBG Engineering» erklärte danach die technischen Details, die mit der Umsetzung von «Smart Grid» verbunden wären. Diese Erklärungen überzeugten aber nicht alle Anwesenden. Es kam zu mehreren Wortmeldungen, unter anderm von Ernst Füllemann und Werner Strasser, aus denen eine ablehnende Haltung gegenüber der Umsetzung von «Smart Grid» zu erkennen war. Es sei nicht erkennbar, welche Vorteile sich aus der Umsetzung von «Smart Grid» ergeben sollten. Zudem solle Steckborn keine Vorreiterrolle bei der Umrüstung des Stromnetzes einnehmen, da eine solche Rolle oft mit einem zu zahlenden Lehrgeld verbunden sein könne. Bei der anschliessenden Abstimmung sprachen sich 46 Stimmbürger für die Umsetzung aus und 93 stimmten dagegen. Insgesamt waren an der Gemeindeversammlung 150 Stimmberechtigte anwesend, wodurch das absolute Mehr bei 76 Stimmen lag.
Den weiteren Objektkrediten, wie der Trafostation Linde und dem Ausbau der Nieder- und Mittelspannungsanlagen des Elektrizitätsswerks sowie der Sanierung des Mühlhofwegs, der Mühlhofstrasse und der Projektierung der Sanierung der Zelgi­strasse, wurde zugestimmt. Ebenfalls zugestimmt wurde dem Ersatz der Wasserleitung in der Talstrasse, dem Ersatz des Grossrasenmähers und den technischen Erneuerungen in der Abwasserreinigungsanlage (ARA). Lediglich beim geplanten Bau einer WC-Anlage auf dem Feldbachareal sowie beim anvisierten Bau eines Sprungturmes im Strandbad kam es zu Fragen beziehungsweise Wortmeldungen von Votanten. Diese stellten die Vorhaben allerdings nicht in Frage. Damit wurden Objektkredite in Höhe von 2.95 Millionen Franken beschlossen.

Budget 2018 wurde zugestimmt
Anschliessend wurde dem Budget 2018 mit der geplanten Steuerfusssenkung von 66 auf 63 Prozent zugestimmt. Ursprüng­lich rechnete das Budget 2018 mit einem Ertragsüberschuss von 64?000 Franken, der jedoch wegen der Ablehnung zur Umsetzung von «Smart Grid» noch steigen dürfte. Die Gemeinde Steck­born verfügt aktuell über ein Eigenkapital von 2.4 Millionen Franken.
An der Steckborner Gemeindeversammlung wurde des Weiteren den Einbürgerungsgesuchen dreier aus Deutschland stammenden Familien zugestimmt. 143 Votanten waren dafür, dass Daniel und Daniela Eberle und ihre drei Kinder Felix, Moritz und Levi, Udo und Bettina Manz mit ihren Kindern Kian und Maira sowie Markus und Ramona Rauscher mit ihren Kindern Lilly und Lennox den Schweizer Pass erhalten.
Der Preis «Steckborerin oder Steckborer des Jahres» wurde letztes Jahr im Doppelpack verliehen, weshalb er in diesem Jahr nicht vergeben wurde.
Kurz vor Ende der Gemeindeversammlung erklärte Forrer, dass es noch weitere pendente Vorhaben in Bezug auf das Baureglement und die Zonenplanung gebe. Aber aufgrund der Ablehnung zur Umsetzung von «Smart Grid» gäbe es nun weniger pendente Vorhaben als vorhergesehen, scherzte er. Abschliessend bekundete der Stadtpräsident seine Freude über die gelebte Demokratie in Steckborn, zeigte Akzeptanz gegenüber dem Entscheid des Souveräns und wünschte allen Anwesenden eine schöne Vorweihnachtszeit und einen schönen Abend.